Ausstellung an drei Orten.

‚Mies im Westen’ 2019

Als Partner der Projektes der TH Köln, der THM Gießen und des M:AI NRW freuen wir uns, daß die Ausstellung ‚Mies im Westen’ 2019 im Mai und Juni 2019 auf dem Gelände des Mies van der Rohe Business Parks stattfindet. Als besonderer Ort dient hier das HE-Gebäude (Gebäude für Herrenfutterstoffe) der ehemaligen Verseidag, das nach Plänen von Ludwig Mies van der Rohe als dessen einziger Industriebau ab 1931 errichtet wurde.

Ludwig Mies van der Rohe wurde 1886 im nordrheinwestfälischen Aachen geboren. Zu einem der einflussreichsten Architekten des Zwanzigsten Jahrhunderts wurde er zwar durch seine Tätigkeit von Berlin und Chicago aus, doch ziehen sich seine Heimatverbundenheit und seine Aktivitäten im heutigen NRW wie ein roter Faden durch sein gesamtes Leben und Werk. „Ein Rheinländer“ – so antwortete einer seiner späteren Schüler auf die Frage, was Mies van der Rohe für ein Mensch war. ‚Mies’ pflegte hiesige Netzwerke und entwarf eine ganze Reihe von Projekten in Aachen, Essen und vor allem Krefeld. Viele davon wurden realisiert, manche blieben eine Vision, andere wurden im Krieg zerstört. Interessanterweise finden die meisten davon in den Publikationen und Forschungen wenig Beachtung – mit Ausnahme der Krefelder Villen Lange und Esters. Auch der Einfluss von Mies van der Rohe auf die Architektenschaft der Nachkriegszeit war bereits zu seinen Lebzeiten sehr groß, und so finden sich viele seiner Ideen und Prinzipien in deren Bauten wieder. Auch in ihnen hat ‚Mies im Westen’ seine merklichen Spuren hinterlassen. 

 

Drei Orte: Aachen | Essen | Krefeld

Drei Lebensabschnitte: Lehrling (1900-05) | Avantgarde/ Bauhaus (1927-38) | Weltarchitekt (1950er/60er Jahre)

Drei Werkgruppen: Ungebaut | Gebaut | Zerstört


An den nordrheinwestfälischen Projekten Mies van der Rohes lässt sich eindrucksvoll der Lebensweg des Architekten vom rheinischen Handwerkslehrling zum weltweit agierenden Architekten nachvollziehen. Aber auch Entwicklungslinien innerhalb der Architektur des zwanzigsten Jahrhundert können verdeutlicht werden – vom Jugendstil zum International Style. Sein weltweites Wirken war aber auch so einflussreich, dass noch zu seinen Lebzeiten viele junge Architekten sich mehr oder weniger stark an seinen Prinzipien orientierten und auch im Rheinland Bauten schafften, die eindeutig sein Werk reflektieren. 

 

Projekt: grenzWertig | Mies im Westen 2019.

Die Werkgruppe innerhalb des komplexen Oeuvres dieses Architekten und seinen Einfluss auf die Bauten der Nachkriegsmoderne allgemeinverständlich zu vermitteln, ist keine einfache Aufgabe. Innerhalb des Projektes ‚grenzWertig’ des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW beschäftigen sich Lehrende und Studierende von mehreren regionalen Architekturschulen (Alanus Hochschule Alfter, TH Köln, THM Giessen, TU Dortmund, Hochschule Rhein-Sieg, RWTH Aachen) mit der Frage, in welcher Form neben fachlicher und sozialer Kompetenz insbesondere kommunikative und vermittelnde Fähigkeiten zu einem integralen Element des Berufsbildes der Architekten geworden sind. 


Ausstellung und Intervention

Im Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 jährt sich auch der Todestag von Ludwig Mies van der Rohe zum fünfzigsten Male. Um sein Wirken an den drei Orten zu verdeutlichen und zu vermitteln, werden mit den Studierenden der THM Giessen (Prof. Norbert Hanenberg) und der TH Köln (Prof. Dr. Daniel Lohmann) Ausstellungen, Interventionen und Veröffentlichungen zu den drei Wirkungsorten in NRW entwickelt. Im Frühsommer 2019 werden die gestalterischen und inhaltlichen Konzepte vor Ort realisiert. Sie zeigen für einige Wochen in Aachen, Krefeld und Essen sowohl anhand von baulich-räumlichen Interventionen als auch einer integrierten Ausstellung die Bedeutung seines Schaffens für NRW.

Das Landeshaus des LVR am Kölner Rheinufer aus den späteren 1950er Jahren verdeutlicht darüber hinaus als herausragendes Beispiel den Einfluss Mies van der Rohes auf die Architektur der Nachkriegsmoderne. In einem zweiten Schritt werden an diesem zentralen und hervorragend geeigneten Ort die drei Ausstellungsteile wie „Puzzlestücke“ mit einem vierten zusammengeführt, das diese Ebene der Nachwirkung und Mies’ andauernde Relevanz für die Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts bis heute verdeutlicht. Als große Gesamtausstellung sind die vereinigten Teile dann im Herbst für mehrere Wochen in Köln – mitten im Rheinland – zu sehen. 

Begleitet werden diese vielfältigen Aktionen nicht nur von Lehrveranstaltungen an den beiden Hochschulen, sondern auch von einem Rahmenprogramm mit Exkursionen, Führungen und Symposien. Beispielsweise werden Stimmen von Fachleuten in Vorträgen eingefangen, die sich mit dem baulichen Erbe Mies van der Rohes in NRW und andernorts beschäftigen. 


Kontakt:

Mies van der Rohe Business Park Gmbh & Co.KG
Girmesgath 5, 47808 Krefeld
+49 2151 440826
berghaus@mies-van-der-rohe.com


Projektgruppe

TH Köln - Technische Hochschule Köln
Fakultät für Architektur
Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege Professur Architekturgeschichte und Entwerfen Prof. Dr.-Ing. Daniel Lohmann

THM Technische Hochschule Mittelhessen Fachbereich Bauwesen I Architektur
Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren
Prof. Dipl.-Ing. Architekt BDA Norbert Hanenberg

M:AI NRW
Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW e.V. Peter Köddermann (Projektleitung)
Dr. Ursula Kleefisch-Jobst (Leitung)


Partner:

LVR Landschaftsverband Rheinland
Mies van der Rohe Business Park Krefeld
Stadt Krefeld
Kunstmuseen Krefeld
aachen_fenster – raum für bauen und kultur e.V. BDA Aachen
Neuer Aachener Kunstverein
VHS Essen
Saint-Gobain Rigips GmbH
bauhaus100 im Westen

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